• junger Mann blickt in seine Zukunft

Interview Martin Cordsmeier – Autor und Stiftungsgründer

Martin Cordsmeier ist Autor des buches „Nimm Dir das Leben, dass du wirklich willst“ und Gründer der Stiftung MillionWays.
Wir haben mit ihm darüber gesprochen, menschen nach ihren individuellen Stärken zu fördern.

Portrait Martin Cordsmeier

Portrait Martin Cordsmeier

JobUnicorn: Beschreibe doch bitte kurz den Ansatz von MillionWays.
Martin Cordsmeier: Mein Leitsatz für das Projekt ist: „Potentiale finden fördern und vernetzten“
Jeder Mensch ist ein Potentialist, jeder sollte seine Ziele erkennen und kennen und auch etwas daraus machen. Das kann manchmal auch einfach nur der richtige job sein. Und die Möglichkeiten sind ja da draußen, man muss sie eben nur finden und für sich annehmen.

Was war deine persönliche Motivation dahinter?
Mit Anfang 20 habe ich mit unzähligen menschen gesprochen und mir deren Lebensgeschichten erzählen lassen. Dabei wurde ziemlich schnell klar, dass die meisten eben nicht das tun, was sie eigentlich wollen. Als ich dann nach einer Organisation gesucht habe, die Menschen dabei hilft Ihren Weg zu finden, musste ich feststellen, dass es eben noch keine solche gab. Deshalb habe ich mich berufen gefühlt Millionways zu gründen, obwohl meine Motivation eigentlich immer privater Natur war. Ich hatte Lust, mit Menschen zu sprechen. Ich wollte herausfinden was sie brauchen und warum sie nicht kriegen, was sie eigentlich wollen. Ein Antreiber war damals sicherlich auch, um für mich persönlich einen Weg zu finden. Mittlerweile weiß ich, dass ich Menschen direkt und konkret helfen will und keine großen wirtschaftlichen Ziele dabei verfolgen möchte.

Gab es einen auslösenden Moment/Auslöser, um dieses Projekt in Angriff zu nehmen?
Zu diesem Zeitpunkt bestand reines persönliches Interesse, aus den genannten Gründen. Ich dachte mir dann, um den Kern näher zu kommen muss ich die Extra verstehen. Ich habe dann online in Foren nach interessanten Interviewpartnern gesucht und diese dort auch gefunden. Ich hatte die Möglichkeit mit verurteilten Mördern, ehemaligen Prostituierten, aber auch Milliardären und erfolgreichen Geschäftsleuten zu sprechen. Interessanter Weise hatten im Kern all diese unterschiedlichen Persönlichkeiten den selben unerfüllten Wunsch: sie wollten so sein dürfen, wie sie sind und nicht ihrem Label entsprechen müssen, was sie von jemand anderem verliehen bekommen haben. Der Milliardär wollte als Mensch wahrgenommen werden und nicht als fleischgewordener Kontoauszug. Beispielsweise berichtete eine ehemalige Prostituierte davon, dass ihre Tätigkeit eigentlich ihrem Traumjob entsprach. Sie wollte viel Geld verdienen, mit wohlhabenden Männern Kontakt haben und hatte gerne Sex. Ein Obdachloser berichtete, dass er sich absolut frei fühlt und morgens keinerlei Verpflichtungen nachgehen muss. Dafür nimmt er gerne andere Umstände in Kauf. In diesen Fällen hatten die Personen eigentlich ihren Weg gefunden, wurden aber von ihrer Umgebung dafür missachtet.

Den meisten ergeht es aber andersherum, sie kennen ihren richtigen Weg noch gar nicht. 
Das würde ich jedem Antworten auf die Frage: was ist Glück? So sein zu können, wie man wirklich ist!

Wie bringst du die Menschen in ihre Stärken/Fähigkeiten/auf den Weg?
Das wichtigste ist es, andere Menschen kennen zu lernen, Input zu bekommen, sich spiegeln zu können. Wenn man andere Menschen kennenlernt, die die eigenen Fähigkeiten nicht haben, verrät mir das sehr viel über meine Fähigkeiten und die wahrgenommene Wertigkeit dieser Eigenschaften. Das ist eine Methodik, die wir anwenden und feststellen, dass jeder Mensch letztlich unterschiedlich ist. Und jeder Mensch aber letztlich auch besonders ist und besondere Fähigkeiten mit sich bringt.

Wer meldet sich bei Euch an? Gibt es da einen bestimmten Typus oder eine bestimmte Lebenssituation, die man verallgemeinern könnte?
Eigentlich gibt es keinen klassischen Stereotypen. Wir können zwar viele Menschen im Alter über 50 verbuchen, die nach einem/dem Sinn suchen, aber dass sich nur solche Personen bei uns anmelden, kann man nicht sagen. Wir können allerdings festhalten, dass sich sehr wenig ganz junge Menschen bei uns anmelden. Wir vermuten, dass es u.a. damit zusammen hängt, dass man erst einmal erfahren muss wie die Welt funktioniert, um mitzubekommen, dass das nicht unbedingt den eigenen Weg oder die eigenen Vorstellungen unterstützt. Allerdings macht uns der Umstand Mut, dass wir bisher keine Werbung geschaltet haben und uns die Menschen in der Regel über Suchmaschinen oder persönliche Empfehlung gefunden haben. Das beweist doch, dass unser Thema Relevanz besitzt.

Was ist dein Ziel, deine Vision? Wofür soll MillionWays in der breiten Wahrnehmung in ein paar Jahren stehen?
Jeder soll es kennen! Ich würde mir wünschen, dass sich der Gedanke, das Konzept, aber sicherlich auch der Name rumspricht.  Unsere nächste Phase wird eine „Massenphase“, wir wollen in den kommenden Monaten sehr viele Menschen erreichen. Denn schließlich betrifft es Jeden und die Leute sollen unseren Dienst nutzen, um sich ihres eigenen Weges bewusster zu werden. Wir sind eine gemeinnützige Organisation und wollen auf dem Weg zum eigenen Weg helfen. Es soll die Mentalität in den Köpfen ankommen, dass es nicht unrealistisch aus sich selbst was zu machen und vielleicht genau das, was ich mir immer erträumt habe. Ich bin nicht der Meinung, dass wir uns auf das Rentenmodell in der heutigen Form verlassen sollten – wir sollten wieder unsere eigenen Wege beschreiten.

Nimm Dir das Leben, das Du wirklich willst - Buch von Martin Cordsmeier

Nimm Dir das Leben, das Du wirklich willst – Buch von Martin Cordsmeier

Du hast vor kurzem dein erstes Buch veröffentlicht. Wie heißt es und worum geht es darin?
„Nimm Dir das Leben, das Du wirklich willst – Warum Du weniger arbeiten und mehr Spaß haben solltest“ In dem Buch behandele ich auf einer Metaebene die Fragen, die mich auch zu millionways getrieben hat. Empathie, Disziplin oder Kreativität – jeder Mensch hat mindestens ein Naturtalent, etwas, was einem leicht fällt. Doch viel zu wenige machen etwas daraus. Stattdessen plagen wir uns oft mit Zweifeln und Ängsten: Was soll ich studieren? Welchen Beruf soll ich wählen? Mache ich das Richtige? Wer ein erfülltes Leben führen möchte, muss seine Talente ernst nehmen. Die Antworten kommen dann ganz von allein. Im Prinzip ein Thema was ihr mit eurem Job-Matching ja auch verfolgt: wie finde ich einen Job, der mich wieder glücklich sein lässt?!

Wir sprechen viel über die idealen Betätigungsfelder und Lebenssituation von Anderen. Wie gefällt dir denn deine Lebenssituation gerade?
Ein sehr gute Frage. (lacht) Eigentlich wollte ich nie Stiftungsmanager sein. Aber die letzten Jahre war ich genau das und das macht mir nicht so viel Spaß, um ganz ehrlich zu sein. Ich möchte lieber wieder Menschen direkt helfen, das hat mir die Arbeit in den letzten Jahren sehr gut verdeutlicht. Ich mag es gerne, unsere Story zu erzählen, das Buch zu schreiben, den tieferliegenden Sinn stiften, Menschen etwas mit zu geben. Das sind für mich die Sinn stiftenden Inhalte, denen ich wieder deutlich mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen möchte.

…und was lässt dich jeden Morgen zur Arbeit gehen?
Ich möchte millionways groß machen! Ich möchte menschen sehe, denen dieses Konzept geholfen hat. Das hat für mich dann wirklich einen Wert. Momentan hat dieser Aspekt tatsächlich einen zu geringen Anteil – ich möchte das wieder stärker in den Fokus rücken. Ich bekomme das aktuell nur indirekt mit über Feedbacks mit, ich möchte aber wieder einen direkten Draht herstellen. Das macht mir Spaß und darin bin ich auch gut. Ich sehe mich als Mut-mach-Coach.

Vielen Dank für die Gelegenheit dieses Interviews, ich wünsche dir und deinem Projekt weiterhin alles Gute und vor allem wünsche ich Euren Mitgliedern von einer Millionen Wegen den für sie richtigen Weg zu finden und erfolgreich zu beschreiten.

By | 2017-04-27T13:52:28+00:00 24.03.2017|

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