• Symbolbild digitales REcruiting

Praxisstimmen: „Digital wins the war“ – Sabrina Krause, HR-Managerin Traxpay AG

Sabrina Krause ist HR Managerin bei der Traxpay AG und bekennende Nerdin. In die HR-Welt kam sie eher durch Ahnungslosigkeit, hat aber mittlerweile viel Ahnung, über 8 Jahre Berufserfahrung und ist Personalfachkauffrau. Wir sprachen mit ihr darüber, wer den „War for Talent“ gewinnen wird und dass man mit Druck und starren Strukturen heute keine gesunde Motivation erreichen kann.

JobUnicorn: Hallo Frau Krause, erzählen Sie uns doch bitte etwas zu Ihrer Person und Ihrem Werdegang.
Sabrina Krause: Gern! Wie bin ich ins HR gekommen? Ich habe Soziologie in Frankfurt studiert und war nach dem Studium wie viele etwas ahnungslos, wohin die Reise gehen soll. Da ich zu den Menschen gehöre, die ihre Eltern gerne mal um Rat fragen, habe ich es damals auch getan. Mein Vater sagte nur seine Kollegin wäre auch Soziologin und die wäre Personaler. Mit Menschen habe ich mich ja schon immer gern beschäftigt, also dachte ich „Ja, das könnte was sein“. Über Praktika und erste Jobs bin ich dann zu Crytek in die Personalabteilung gekommen. Da ich mich während des Studiums durch Spieletester Jobs finanziell über Wasser gehalten habe, war der Job bei Crytek wie ein sich schließender Kreis. Es hat dort unglaublich viel Spaß gemacht! Diese kreative Atmosphäre war jeden Tag ein neues Erlebnis. Bevor ich zu meinem jetzigen Job bei Traxpay gekommen bin, habe ich noch eine Tochter bekommen und war eine Zeit lang „Geschäftsführer eines kleinen Familienunternehmens“ aka. Elternzeit.
Wenn ich nicht im Büro sitze, laufe ich auch mal im „Kostüm“ durch den Wald. Ich bin leidenschaftlicher Liverollenspieler.

Portrait Sabrina Krause

Sabrina Krause

Was macht Ihnen am meisten Spaß in ihrem Job und was würden Sie gerne mehr machen können?
Definitiv der Kontakt zu Menschen. Ich saß auch mal in einem Shared Service Center und das hat ja mal gar nichts mit meinem Verständnis von HR zu tun. Man weiß nie was der Tag so bringt und das ist abwechslungsreich und spannend. Ich netzwerke unglaublich gerne und beschäftige mich oft damit. Das würde ich gerne ausweiten und eine Employer Branding Kampagne von Grund auf aufbauen.

Als Job-Matching-Plattform müssen wir das natürlich fragen: Warum passt Ihr Arbeitgeber zu Ihnen?
Traxpay hat ein unglaublich gutes Betriebsklima. Niemand muss sich verstellen und man kann und soll offen sagen, was man denkt. Ich denke die Zeiten, in denen man im Hamsterrad sitzt und die Tage bis zur Rente zählt, sind vorbei. Unternehmen, die heute eine solche Unternehmenskultur unterstützen oder nicht versuchen sie zu ändern, sind nicht mehr zeitgemäß und vor allem nicht attraktiv für die „gefürchteten“ Millenials, Gen-Xler und Xennials.

Angenommen, ich wäre jetzt ein Bewerber, wie würden Sie mich davon überzeugen, bei der traxpay AG anzufangen? Wo sticht Ihr Arbeitgeber besonders positiv hervor?
Das ist ja immer sehr subjektiv. Ich könnte jetzt mein geliebtes Buzzword-Bingo spielen. Innovativ, modern, Arbeit 4.0 😉
// Ein kleiner Hinweis in eigener Sache, #HRbuzzwordBINGO spielen wir jeden Freitag!
Was besonders heraussticht ist, dass wir als Team ein gemeinsames Ziel verfolgen. Daher achten wir sehr darauf, dass neue Traxpayer gut zu uns passen.
Ich muss Kandidaten daher nicht überzeugen, wir müssen einfach herausfinden, ob wir zusammen passen.

Was hat sich in der Arbeitswelt ihrer Meinung nach in den letzten Jahren am meisten verändert?
Man ist viel kandidatenorientierter geworden und die meisten (großen) Unternehmen haben herausragende Kampagnen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Viele Arbeitgeber haben auch verstanden, dass man mit Druck und starren Strukturen heute keine gesunde Motivation erreichen kann. Meine Prognose ist, dass sich das in den nächsten Jahren noch weiter verbreiten wird.

Es tobt der „War for Talent“. Kämpfen Sie schon mit? Und mit welchen Mitteln?
Da ich gerade erst angefangen habe meine „Waffen“ zu wählen, kann ich dazu noch nicht viel sagen. Aber ja, der Krieg tobt, und es ist keine Schlacht mit Schwert und Schild. Eher mit Todessternen.
Digital wins the war.

Wie schätzen Sie die Wichtigkeit von  „Cultural Fit“ und „Team Fit“ für den Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen ein? Und sind Lösungen dazu bereits im Recruitingalltag angekommen?
Wichtiger als so manch anderes! Dabei muss ich an einen Satz einer ehemaligen Vorgesetzten denken „Du musst mit deinem Kollegen nicht befreundet sein, ihr müsst nur zusammen arbeiten!“ Sehe ich komplett anders. Man verbringt mehr Zeit im Büro und mit seinen Kollegen, als mit seinen Lieben zuhause. Da sollte man doch zueinander passen.

Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile von Matching-Verfahren in der Personalauswahl?
Vorteile sind natürlich, dass man objektiv das Fit des Kandidaten abfragen kann. Und wenn wir in der Personalauswahl eins nicht haben, dann ist es Objektivität. Der Nachteil ist der offensichtliche: die Subjektivität muss man dann im nächsten Schritt selbst in den Prozess bringen. Aber ist das wirklich ein Nachteil, wenn man mit Menschen arbeiten möchte?

Was sind die größten Herausforderungen der sich HR in den nächsten Jahren stellen muss?
Sicherlich der Fachkräftemangel, auch schon in der Ausbildung. Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden. Bildung muss einfach wichtiger werden. Aber da werde ich zu politisch, wenn ich darüber weiter nachdenke. Unternehmen verändern sich, und das ist ja gut so. HR muss da einfach mitziehen, aber auf der anderen Seite auch vom Unternehmen als Player ernst genommen werden. Ich freue mich auf diesen Wandel und die Herausforderungen, die da noch kommen.

Wie würden Sie diesen Herausforderungen begegnen und bereiten Sie sich bereits aktuell darauf vor?
Ich werde das Rad nicht neu erfinden, aber vielleicht rolle ich einfach mal damit in eine andere Richtung.
Oder ich spanne ein Einhorn davor 😉

Vielen Dank für das Gespräch

 

Sabrina Krause trägt auf Twitter das HR bereits im Namen: twitter.com/hrbrina. Für Selfies trifft man sie auf einigen HR-Events – am besten verabredet man sich davor auf XING.

By | 2017-11-19T22:23:57+00:00 07.11.2017|

Leave A Comment