Arbeiten mit Obst

Eine Runde Trauben, Bananen und Äpfel statt der üblichen „Wachmacher“ aus Schokolade, Fett und Zucker? Warum ein Obstkorb über die berufliche Motivation entscheiden kann, die Krankheitstage minimiert und alle Mitarbeiter mehr Vitamine auf den Tischen brauchen, weiß Enzio Reuß von Fruitful Office.

JobUnicorn: Hallo Herr Reuß, stellen Sie sich bitte kurz vor.
Enzio Reuß: Ich fange einfach mal damit an, dass ich selbst wirklich genau weiß, wie es ist, von morgens bis abends im Büro zu sein, den Tag mit dem To-Go-Frühstück zu starten, ein Meeting jagt das nächste, auf dem Tisch Kaffeekannen und Kekse, dazwischen ein sehr schnelles, sehr ungesundes Mittagessen und jeden Abend das Gefühl, dass man daran doch ab morgen wirklich was ändern müsse – und der nächste Tag geht genau so weiter. 
Nachdem ich acht Jahre lang rund um den Globus in der strategischen Kommunikation gearbeitet habe und zurück in Deutschland auf der Suche nach einer Geschäftsidee war, dachte ich mir: Warum nicht all die tollen Früchte, die es auf der Welt und vorallem auch hier in Deutschland gibt, als gesunden Snack in die Büros bringen? Warum nicht endlich eine Lösung für genau das finden, was mich selbst immer so gestört hat? Und das war dann 2011 der Start für Fruitful Office.

Also ist ein großes Ziel die Gesundheit am Arbeitsplatz?
Ja. Fruitful Office will die Gesundheit und Motivation der Arbeitnehmer steigern, ohne dass der Arbeitgeber einen Mehraufwand hat. Frisches Obst ist die wohl einfachste und kostengünstigste Methode, genau diese zu erreichen.

Wie reagieren Unternehmen auf dieses Angebot?

Zum Glück erkennen immer mehr Unternehmen, dass es sich auszahlt, in das Wohlergehen der eigenen Mitarbeiter zu investieren. Wir verstehen uns als Gesundheitsdienstleister im Ernährungsbereich für Firmen, die die Lebensqualität und Gesundheit ihrer Mitarbeiter einfach, kostengünstig und nachhaltig verbessern wollen. Schon eine Portion Obst am Tag hilft, Fehlzeiten zu verringern und die Identifikation mit dem Unternehmen zu stärken. Motivation und Leistung steigen. Unternehmen sehen in uns also einen Servicepartner und nehmen unser Angebot gern an. Der Aufwand für sie besteht allein in der einmaligen Bestellung – den Rest machen wir.

Gibt es aber nicht auch heute noch viele Unternehmen, die solch einen „Luxus“ hinterfragen und ihren Mitarbeitern nicht finanzieren wollen?
Ja, das stimmt, die Frage ist allerdings vielmehr: Wie ist Luxus heute definiert? Die Digitalisierung bringt uns bei, dass wir immer alles überall haben können. Mobilität, Flexibilität und Individualität bestimmen den privaten Alltag, also sollten auch die Unternehmen mitziehen und sich den Anforderungen ihrer Mitarbeiter stellen. Befragt man Mitarbeiter nach ihren Wünschen bezüglich des Arbeitsplatzes, wird frisches Obst immer wieder genannt. Ich sehe es daher fast als Verpflichtung der Arbeitgeber, darauf einzugehen und nicht als nette Geste. Heute ist Job ein Geben und Nehmen, die Arbeitskultur verändert sich einfach – zum Guten. Obst ist für mich auch kein Luxus. Ein Apfel gehört zu unseren normalsten Obstsorten und ist in Deutschland heimisch. Dass es überhaupt dazu kam, Kaffee als vorausgesetzt zu sehen und einen Apfel vom Bauern nebenan zur Diskussion zu stellen, ist mehr als einen Gedanken wert.

Gibt es Studien zur Wirkung von Obst im Büro?
Oh ja, die gibt es schon lange und immer wieder. Die DAK hatte bereits 2006 eine Forsa-Studie zu Essen im Arbeitsalltag in Auftrag gegeben. Demnach führen Fehlernährung und unregelmäßige Mahlzeiten zu Konzentrationsmangel, Leistungsabfall und Müdigkeit. Wer da 1 und 1 zusammen zählt, weiß: das wirkt sich auf das Unternehmensergebnis aus. 
Eine britische Studie des Autors Adam Briggs von der Universität Oxford erklärt: Äpfel schützen unser Herz. „An apple a day keeps the doctor away“ ist also kein Spruch, sondern wissenschaftlich belegbar. Neueste Erkenntnisse von der University of Alabama unter Studienautor Dr. Paul Sanders besagen jetzt auch, dass eine Banane (oder Avocado) am Tag einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugt. Denn Kalium soll Arterienverkalkungen stoppen und den Verschluss der Arterien verhindern. 
Und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ruft mit der Initiative „5amTag“ zu

Was genau bietet Fruitful Office, um mehr Obst in den Berufsalltag zu bekommen?
Das Konzept von Fruitful Office ist einfach: Ein saisonaler oder ein bunter Obst-Mix wird in handgeflochtenen Körben direkt in die einzelnen Büroetagen und Abteilungen geliefert, wo Mitarbeiter schnell und einfach zugreifen können. Frische und Reife werden garantiert, außerdem werden Obstsorten verwendet, die sich leicht am Schreibtisch verzehren lassen. Weintrauben sind beispielsweise in kleinere Portionen geteilt und Bananen voneinander gelöst. Ein Griff, schon ist das Obst im Mund!

Wo in Deutschland bietet ihr diesen Service an?
Wir haben unseren Hauptsitz in Frankfurt und unterhalten heute weitere Standorte in Berlin, Essen, Hamburg, Karlsruhe und München, von denen aus große und mittlere Ballungszentren beliefert werden. So können wir auch alle Zweigstellen national aufgestellter Unternehmen reibungslos aus einer Hand versorgen.Zur Auswahl stehen Obstkörbe mit je 20 oder 40 Portionen: der Einfache Mix mit Bananen, Äpfeln und zwei weiteren Sorten, z.B. Birnen oder Pflaumen, und der Saisonale Mix mit Weintrauben, Bananen, Äpfeln und drei weiteren Sorten, wie z.B. Kirschen, Erdbeeren oder auch Physalis oder Kakis. Das Besondere: Fruitful Office beliefert alle Bundesländer und unterstützt dabei den lokalen Handel, da das Obst bevorzugt regional eingekauft wird.

Wie sieht es bei Euch mit Umweltschutz und sozialem Engagement aus?
Bei all unseren Abläufen spielt Umweltschutz eine zentrale Rolle. Ob minimierte CO2-Emissionen, Einkauf von Obst aus regionalem Anbau, Kartonagen aus recyceltem Papier oder biologisch abbaubare Materialien: Fruitful Office steht für Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung. Auch auf Obst, das auf dem Luftweg verfrachtet wurde, wird verzichtet.
Außerdem engagiert sich Fruitful Office mit den Partnern von Fruitful Office UK, Belgien, Irland und den Niederlanden für die Initiative Ripple Africa in Malawi. Jeder verkaufte Obstkorb finanziert einen Baum – bis heute konnten so über 3 Millionen Bäume gepflanzt werden! Wir wollen ein Zeichen gegen die Abholzung von wertvollen natürlichen Baumbeständen setzen und eine Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung des afrikanischen Landes schaffen.
Neben dieser Initiative unterstützt Fruitful Office in Frankfurt die Günderrodeschule im Gallusviertel mit 1.200 Portionen frischem Obst pro Woche. Und ganz neu: seit Oktober stellen wir unser Ausschussobst des Berliner Standorts dem erfolgreichen Food-Startup Sir Plus zur Verfügung. Man sieht: Mit unserer Idee von frischem Obst am Arbeitsplatz kann man mehr bewirken als wir uns anfangs je vorstellen konnten.

By | 2017-12-13T16:51:44+00:00 13.12.2017|

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