EXPERTRY – HRtech Vorstellungsrunde

Wir von JobUnicorn sind selbst viel unterwegs und begegnen anderen Gründern, die spannende und revolutionäre Ideen haben – oder die auf einer Messe einfach super nette Standnachbarn waren. Diese Start-ups möchten wir euch gerne einmal vorstellen.

Wir haben mit EXPERTRY gesprochen:

 

JobUnicorn: Hallo Jens, die Fahrstuhltür schließt sich. Dein 10-Sekunden-Pitch bitte:
Jens Nador: Fast alle Firmen arbeiten mit einigen/vielen Personaldienstleistern zusammen, bekommen sie aber nicht strukturiert und organisiert. Dadurch werden sehr viele wertvolle Ressourcen für überwiegende administrative Koordination verschenkt. Mit EXPERTRY kann man das jetzt endlich digital professionalisieren. Sie sparen Geld, Zeit und Nerven und gewinnen gleichzeitig an Qualität.

Okay, jetzt zur Langfassung, was macht EXPERTRY ganz genau?
Wir haben eine Cloudlösung entwickelt, bei der wir Firmen und Personal-Dienstleister/Headhunter zusammenbringen. Über EXPERTRY lassen sich alle Interaktionen und Prozesse beider Parteien digital steuern und koordinieren.

Der Vorteil der Firmen ist, dass sie die komplette Organisation zentralisiert steuern können. Ebenso sind Analysen und Auswertungen kein Problem. Aufgrund des automatisierten Prozesses und stetiger Unterstützung durch das System spart man enorm an Zeit und somit auch an Geld. Aufgrund der großen Anzahl an Dienstleister, die wir im System haben, kann man auf Wunsch auch die Reichweite der Stellen, die man besetzen muss, erhöhen. Das Multiposting-Modul ermöglicht es zusätzlich, auf über 250 Stellenportalen seine Vakanzen zu platzieren. Wir arbeiten bereits jetzt schon an Ideen und Funktionen, um auch die Möglichkeiten von Social-Matching integrieren zu können.

Der Vorteil der Dienstleister ist, dass sie mit EXPERTRY nicht nur ein eigenes speziell angepasstes Bewerbermanagementsystem für Personaldienstleister erhalten, sondern zusätzlich ein branchenspezielles CRM-System inkl. interaktiven & digitalem Prozess mit ihren Kunden. Sie können Unternehmen die EXPERTRY nutzen damit professionell, nahtlos und 100 % digitalisiert bedienen. Aber auch eigene Kunden und Projekte können angelegt werden. In beiden Fällen werden Sie durch aktive Kandidatenvorschläge, einem intelligenten Matching unterstützt. So können Headhunter und Dienstleister Ihren Kandidatenpool wesentlich effektiver nutzen und sparen dadurch einen Großteil der üblichen „Such-Zeit“ ein. Ebenso bietet EXPERTRY die Möglichkeit Auswertungen und Analysen durchzuführen, beispielsweise als Grundlage für vertriebliche Entscheidungen. Zudem haben wir zusätzlich eine Plattform geschaffen, die es ermöglicht, dass Firmen anonym Stellen posten können. Diese sind mit entsprechender Anmeldung allen Dienstleistern zugänglich. Dies eröffnet einen neuen Vertriebskanal um zusätzliche Vermittlungsprojekte zu tätigen und neue Kunden zu gewinnen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich war viele Jahre als Personaldienstleister/Headhunter tätig und unterstütze nun seit mehr als 5 Jahren als Interims-Recruiter auf Unternehmensseite. Dabei habe ich innerhalb kurzer Zeit mehrmals die Aufgabe bekommen die Headhunter & Dienstleister zu organisieren und die Kommunikation zu übernehmen. Unterdessen habe ich festgestellt, dass dies bei professionellem Anspruch an Prozess und Kommunikation ein enormer Zeitaufwand ist, es umzusetzen und im Alltag zu leben. Kennzahlen zu ermitteln um die Qualität der Zusammenarbeit transparent zu machen bzw. um Prognosen für den weiteren Verlauf zu erstellen, war dabei schlicht unmöglich. Weitere elementare Punkte wie das Erstellen einer Übersicht über alle Vertragsarten sowie die Berücksichtigung kleiner Feinheiten, auf die sonst niemand achtet – eine saubere Darstellung der Zusammenhänge und der Performance für die Geschäftsführung – und, und, und … – sind nicht umsetzbar gewesen.
Lange habe ich nach einer SW-Lösung gesucht, die mich unterstützen sollte und habe keine gefunden… Jetzt ist sie da 😉

HR gilt nicht gerade als innovatives Umfeld und angeblich haben Personaler Angst vor der Digitalisierung. Wie viel ist deiner Meinung nach an dem Vorurteil dran und wie geht ihr damit um?
Wir haben uns ja auch mal schlaugemacht und nach aktuellen Zahlen haben knapp 80 % aller Firmen in Deutschland noch nicht einmal ein Bewerbermanagementsystem. Sätze wie „Wir haben das schon immer so gemacht“ oder „Bis jetzt geht es doch auch so …“ hören wir immer wieder. Hinzukommend ist, speziell in den Köpfen der Geschäftsführer, HR ein reiner Kostenfaktor. Da ist die Argumentation weiter Geld für die Digitalisierung auszugeben natürlich schwer. Dies ist jedoch gerade für kostengesteuerte Entscheidungen relativ einfach auszunutzen. Wenn man bedenkt, dass bereits ein kleines Unternehmen mit 20 Bewerbungen oder Profilen pro Monat mit einem automatisierten Bewerbersystem bis zu 45 Arbeitstage administrativ verschwendete Zeit einsparen kann. Bei Profilen von extern ist dieser Faktor sogar noch höher, da ein zusätzlicher Abstimmungsaufwand entsteht.

Ich glaube nicht, dass Personaler Angst vor der Digitalisierung haben, sondern die Entscheider verstehen noch nicht die Notwendigkeit und sehen in der Digitalisierung noch nicht die Möglichkeiten HR-Arbeit effizienter und Anschaulicher zu machen. Um langfristig am Markt bestehen bleiben zu können, muss man sich als Unternehmen in allen Bereichen weiterentwickeln. In produzierenden Bereichen gibt es nicht umsonst die Qualitätssicherung und Automatisierung, um immer schneller und effizienter zu werden. Das Gleiche sollte man auch in der Personalarbeit anstreben. Heute, mehr denn je, ist das Credo „War of Talents“ präsent. Wer aufgrund manueller Schritte und Abläufe nicht schnell genug handelt, wird verlieren!

Ein kluger Mann hat mal gesagt, verkaufe Leidenschaft, Innovation, Begeisterung … und wenn das nichts hilft, dann versuche es mit Vernunft. Ich bin mir sicher, dass wir mit Zahlen, Daten, Fakten belegen können wie sinnvoll die Digitalisierung im HR-Bereich ist. Wenn wir es schaffen die Mitarbeiter und Führungskräfte dafür zu öffnen, die Menschen aufzuklären, dann können wir die Arbeitswelt ein bisschen besser machen.

Warum passen Expertry und Personalabteilungen zusammen?
Ich würde es folgendermaßen nennen: EXPERTRY und Recruiting-Abteilungen passen zusammen, da es unterschiedliche Recruiting-Kanäle gibt, die von Personalern bearbeitet werden müssen. Der Kanal „externe Personaldienstleister/Headhunter“ liegt im Ranking der in Deutschland am meisten genutzten Recruiting-Kanäle auf Platz 3, zählt aber aufgrund des Aufwands mit zu den aufwendigsten und unbeliebtesten. Mit EXPERTRY haben wir ein Produkt geschaffen, das diesen Kanal professionalisiert und durch Automatisierung so vereinfacht, dass jeder sofort, intuitiv, schnell und professionell mit diesem arbeiten kann. Und das sogar mit einer Qualität, für die man ohne EXPERTRY eine komplette Person in Vollzeit einstellen müsste, die nichts Anderes macht als die administrative Organisation der Dienstleister und Headhunter.

Was war euer bisher größter Erfolg?
Die Umsetzung der enormen Anforderungen, die wir an uns, den Prozess mit all seinen „Variablen“ und somit auch an unser System gestellt haben, erfolgreich umzusetzen. Unser gesamtes 10-jähriges Know-how auf beiden Seiten haben wir in automatisierte Prozesse gepackt, die es nun beiden Parteien ermöglichen professionell mit minimalem Aufwand zusammenzuarbeiten.

Wo soll es noch hingehen? Was sind die Wünsche für die nächsten 2 Jahre?
Laut den aktuellen Studien und der Entwicklung im Recruiting- und Bewerbermarkt ist der Recruiting-Kanal „Externe Personalberatung/-dienstleistung“ ein stetig wachsender Bereich. Er wird weiter an Bedeutung gewinnen und wir möchten uns gerne als „der“ Anbieter für perfekte Organisation und eine qualitative Zusammenarbeit etablieren.

Welche HR-Events besucht ihr und welche würdest du innovativen Personalern empfehlen?
Natürlich sind die Personaler Messen ein Muss für jeden, der sich über die laufenden Trends informieren und Bescheid wissen will. Henner Knabenreich als einer der einflussreichsten deutschen HR-Blogger, gibt jedes Jahr ein HR-Event personalmarketing2null, welches ebenfalls zum Netzwerken einlädt und nicht zu vergessen, dass Sourcing Summit für alle die, die sich für verrückte Ideen und den neuesten Trends im Active-Sourcing interessieren.

Was sind die größten Herausforderungen der sich HR in den nächsten Jahren stellen muss?
HR steht heute vor ganz anderen Herausforderungen, wie noch vor einigen Jahren. Ich bin mir sehr sicher, dass in den kommenden Jahren wieder andere Bedingungen herrschen. Auf die wir entsprechend reagieren müssen. Vor einigen Jahren noch, hatten wir zu viele Bewerber auf eine Position und wir konnten uns die Besten aussuchen, heute ist es genau umgekehrt. Firmen müssen sich so gut wie noch nie verkaufen um die Besten zu bekommen.

Ich glaube, dass sich das künftig relativieren und das Verhältnis ausgewogener wird. Allerdings haben wir künftig eine sehr viel stärkere Ausprägung in den einzelnen Berufsgruppen und Berufsbildern. Die Fachspezialisierung wird sich weiter erhöhen, sodass es dennoch schwierig sein wird „den Richtigen“ zu finden. Ebenso wird die soziale Komponente ein enorm wichtiger Faktor sein, passt der Kandidat in die Firmenkultur und das Teamgefüge? Wie können wir das messen, wie wollen wir das bewerten? Es bleibt spannend und ich freue mich auch den künftigen Herausforderungen, welche es auch sein mögen, zu stellen.

Wie sollte innovative Personalarbeit deiner Meinung nach aussehen?
Heute ist HR-Arbeit eine ganzheitliche Betrachtung von Gesellschaft, Firmenzielen, Firmen-Kultur, Recruiting-Strategien, Mitarbeiter-Entwicklung bis hin zu Employer Branding. Man muss die sozialen Medien Nutzen um weitere Potenziale auszuschöpfen. Weiter glaube ich, dass die Digitalisierung in Bereich HR weiter zunehmen muss. Ich denke da auch an EXPERTRY, denn es gibt viele Themen, die automatisiert und qualitativ verbessert werden müssen. Der HR-Mitarbeiter der Zukunft, wird meiner Meinung nach eine Person sein, die sich viel mehr mit Cross medialen Themen auseinandersetzten muss, als heute noch. Es wird auch viel mehr darum gehen die ganzen Tools zu bedienen und verwalten zu können, er aber natürlich die fachlichen (die eines HR-Mitarbeiters) Fähigkeiten dennoch kennen und beherrschen muss. Daher glaube ich, dass sich die Personalarbeit stark verändern wird. Die Anforderungen werden sich entsprechend neu ordnen und durch die Digitalisierung wird wieder mehr Zeit geschaffen, sich um die Kernaufgaben kümmern zu können. Gepaart mit weiteren aktuellen Themen gehe ich weiterhin von einem anspruchsvollen Aufgabengebiet aus. Diejenigen, die gut sind in ihrem Job, werden das erkennen und sich entsprechend wissenstechnisch aufstellen bzw. aufstellen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wann spielt das Team von Expertry eine Runde Bürokicker gegen uns?
Wir stehen zu jeder Tages- und Nachtzeit für eine Revanche zur Verfügung. 😉

Wer ist eigentlich Jens Nador?
Geboren im März 1978 in einem kleinen Vorort von Stuttgart. Abschluss der Mittleren Reife, des Abiturs sowie einem Diplom in der Elektro-Nachrichtentechnik. Start bei einem Ingenieur-Personaldienstleister als Teamleiter mit großem Vertrieb- und Recruitinganteil. Selbstständig als Headhunter, Berater und Interims-Recruiter für viele namhafte Firmen aus dem IT, Automotive, Luftfahrt, Industrie, Medien und Biopharma Branche. Gewinnt gerne beim Kickern gegen Unicorn 🙂

By | 2017-12-01T12:27:18+00:00 18.12.2017|

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