Azubi

Auch wenn wir uns auf einer lebenslangen Reise des Lernens befinden, steht uns die Bezeichnung Auszubildender oder Auszubildende nur für einen bestimmten Zeitraum zu. Und weil die deutsche Sprache viel Raum für Abkürzungen lässt, hat sich im Laufe der Zeit der umgangssprachliche Begriff Azubi eingebürgert. Wenigen ist allerdings bekannt, dass weder die lange noch die kurze Form der offiziellen Bezeichnung durch Handelskammer, Handwerkskammer und anderen Organen entspricht – in Ausbildungsdokumenten wird vom Lehrling gesprochen.

Ob Lehrling, Azubi oder Auszubildender, die adressierte Person lässt sich klar definieren:

Ein Auszubildender befindet sich in der Berufsausbildung zu einem Beruf, der offiziell mit der Handelskammer, der Handwerkskammer oder einem anderen staatlich anerkannten Ausbildungsorgan registriert ist und mit dem Erhalt eines Ausbildungsbriefes abgeschlossen wird. 

Neben der Bezeichnung des Azubis, ist auch die bestehende Ausbildungsform zum Großteil auf den deutschsprachigen Raum begrenzt. Das Grundkonzept der Ausbildung unterscheidet sich in den meisten Fällen fundamental von internationalen Standards. Die Ausbildung bereitet den Lehrling auf den Arbeitsalltag innerhalb des gewählten Berufsfeldes vor. Die Ausbildungszeit ist in Berufspraxis und schulische Ausbildung gegliedert. Dieser berufsbegleitende Ansatz der Ausbildung bietet Auszubildenden und den Ausbildungsfirmen eine Reihe von Vorteilen.

  • Der Azubi wird während der Ausbildung in den Arbeitsalltag des Unternehmens integriert.
  • Praxiserfahrung und Fachkunde werden zeitgleich erlernt.
  • Die Arbeitszeit wird für den Azubi vergütet, was die Finanzierung der Ausbildungszeit sichert.

Der internationale Ausbildungsweg ist häufig rein praxisbezogen oder rein akademisch. Viele Länder bieten darüber hinaus für den Bereich von Handwerk, Industrie und Handel oder Landwirtschaft keine vergleichbaren Bildungszertifikate an.

Die Ausbildungsvergütung dient der Grundfinanzierung der Ausbildungszeit. Entsprechend gering fällt die Vergütung aus – das tatsächliche Ausbildungsgehalt wird durch das Ausbildungsunternehmen bestimmt. Es gibt leichte Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen.

Neben dem Auszubildenden hat auch der Ausbilder bestimmte Pflichten, wie den Auszubildenden beim erfolgreichen Bestehen seiner Abschlussprüfung zu unterstützen und ihm hierfür die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln. Um die Berufsschule zu besuchen und an Prüfungen teilzunehmen, muss der Azubi von seiner Arbeit im Betrieb freigestellt werden.

Die Ausbildungszeit endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung, welche durch die entsprechende Kammer abgenommen wird – mit Erhalt des Ausbildungszertifikates ist die Zeit des Azubis offiziell beendet.

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By | 2017-05-18T14:04:58+00:00 29.03.2017|